Die Kurkuma Pflanze – woher sie stammt, und historische Verwendung

tumeric root

Der botanische Name der Curcuma-Pflanze ist Curcuma Longa - der genaue Ursprung der Pflanze kann nicht festgelegt werden, doch man nimmt an, dass es ein natives Gewächs Südost-Asiens ist, Vietnam, China oder auch Indien. Die Pflanze wird nicht allzu groß, sie erreicht kaum einen Meter Höhe, doch diese Pflanze hat es in sich. Sie produziert sowohl eine Blüte als auch einen Wurzelstock. Der Wurzelstock hat sehr viel Ähnlichkeit mit der Ingwerwurzel und es ist dieser Wurzelstock, der das goldgelbe Kurkuma Gewürz produziert (1).

Heutzutage kann man Curcuma überall in Asien oder in tropischen Gebieten als heimisches Gewächs finden. Es wächst in den Wäldern Südasiens, einschließlich Indien, Indonesien, Indochina, umliegenden asiatischen Regionen und auch auf einigen pazifischen Inseln, einschließlich Hawaii.

Historisch jedoch war Indien immer der größte Lieferant der Kurkuma Pflanze. In Indien finden sich auch die ersten Referenzen zu Curcuma und diese datieren 2500 Jahre zurück, in Afrika lässt sich die Spur 1200 Jahre zurückverfolgen, und in China 800 Jahre.

Seine ersten Verwendungszweck fand die Kurkuma Pflanze wahrscheinlich als Farbstoff, später lernte man sie als Gewürz zu schätzen und auch in der Kosmetik fand sie Anwendung. Selbst in den Aufzeichungen Marco Polos findet die Pflanze Erwähnung, er zeigte sich erstaunt ob der Eigenschaften dieser Gemüsepflanze, die jenen des Saffrons so ähnlich seien.

Die Curcuma-Pflanze ist schon so lange bekannt, dass sie bereits bei den alten indigenen Völkern nachgewiesen werden kann. In Indien ist es auch unter den Namen Haldi und Manjal bekannt. “Haldi” entlehnt sich dem Wort Haridra aus der alten indischen Schriftsprache Sanskrit und “Manjal” stammt aus der alten tamilischen Literatur. Man darf also davon ausgehen, dass die Curcuma damals schon große Wertschätzung fand. Ebenfalls bedient man sich in Indien seit Jahrhunderten, vielleicht Jahrtausenden schon der heilenden Wirkung der Inhaltsstoffe der Kurkuma-Pflanze (2).

Traditionelle Medizin und die Heilpflanze Curcuma Longa

In der ayurvedischen Heilkunst kann man auch Referenzen in Sanskrit-Schriften finden, diese datieren zurück bis 2500 Jahre vor Christus, und dort wird eine Salbe empfohlen, welche die Auswirkungen von Lebensmittelvergiftung lindern soll. Doch es finden sich Hinweise auf die Verwendung der Pflanze in traditioneller Medizin in Indien, die über 4500 Jahre Nutzung deuten.

Ayurveda ist eine alte indische Heilkunst, die auch heute noch praktiziert wird. Ayurveda heißt übersetzt "Wissenschaft des Lebens" - Ayur bedeutet "Leben" und Veda " bedeutet Wissenschaft oder Wissen". Verschiedene Anwendungsweisen werden sehr deutlich beschrieben, so z.B. soll das Einatmen des Rauchs einer verbrennenden Kurkuma Pflanze Verstopfung lindern. Kurkuma-Saft wurde zur Heilung von Wunden und Prellungen verwendet, und Kurkuma-Salbe zur Linderung oder Heilung von Hauterkrankungen, und das Anwendungsgebiet war dabei sehr groß, es umfasste alles, von Akne bis zu Pocken und Windpocken.

In den Gebieten Indien, Pakistan und Bangladesh war die medizinische Nutzung weit verbreitet, und es ist in der Regel der Wurzelstamm, der Verwendung fand, z.B. zur Linderung von Asthma und Husten. In der ayurvedischen Medizin sollte die Curcuma-Pflanze unter Zugabe von heißem Wasser entzündungshemmend wirken.

kurkumin wirkung

Die Unani-Medizin (Persisch-arabisch-islamische Medizin) wurde Curcuma zur Behandlung von Leberschäden verwendet unter anderem auch der Gelbsucht, und extern zur Behandlung von Geschwüren und Entzündungen. Geröstete Curcuma sollte Dysenterie (Ruhr) lindern oder heilen, und selbst zur Zahnpflege fand es Verwendung.

Die Kurkuma-Pflanze fand solch große Anerkennung, dass die Verwendungszwecke in der traditionellen Medizin sich immer weiter ausbreiteten. Curcuma sollte den Metabolismus anregen, die Fettreduzierung unterstützen, Diabetes-Symptome heilen oder lindern, Durchfall beseitigen und auch Magenbeschwerden vorbeugen, wenn man den frisch gepressten Saft vor einer Mahlzeit zu sich nahm. Viele der traditionellen Verwendungszwecke wurden inzwischen wissenschaftlich belegt.

In der westlichen Medizin

In der westlichen Medizin hat die Kurkuma Pflanze noch nicht sehr lange Bedeutung. Es war erst Mitte des 20. Jahrhunderts, dass man in der Pflanzenheilkunde ernsthaft Notiz von ihr nahm, auch wenn sie in östlichen Ländern bereits seit Jahrtausenden erfolgreich verwendet wurde. In dem 1961 veröffentlichten Buch von Rudolf Weiss wird die potenzielle Verwendung von Curcuma zur Behandlung von Krankheiten im Verdauungstrakt diskutiert. Laboratorien in Deutschland befassten sich mit Studien der vermeintlichen Heilpflanze bereits in den 1920ern, doch es sollte dauern, bis die Pflanze Fuß fassen konnte.

Bis heute wird sie in der westlichen Medizin nicht weitläufig verwendet, doch man gab ihr die Chance, ihre Wirksamkeit bei verschiedenen Beschwerden und Konditionen zu untersuchen. Die Studien in Deutschland zeigten, dass der Wurzelstamm Stoffe enthält, die eine therapeutische Wirkung haben. Inzwischen gibt es Tausende von Studien zu den unterschiedlichsten Verwendungszwecken.

Nachgewiesen werden konnten eine antibakterielle Wirkung, eine antimikrobielle Wirkung (lindert oder heilt durch Pilze verursachte Erkrankungen), eine antioxidante (zur Bekämpfung der freien Radikalen) und eine entzündungshemmende Wirkung. Experimente zeigten, dass Curcuma den Gallenfluss stimuliert, welches eine Entleerung des Organs fördert. In der Medizin könnte es ein viel umangreicheres Anwendungsfeld finden, doch zurzeit findet sie die meiste Aufmerksamkeit in der Alternativmedizin.

Hier ist auch noch ein informatives Video über die Curcuma (oder auch Kurkuma).

Die Verwendung von Curcuma in der Küche

Auch hier wieder findet die Pflanze die meiste Beachtung in den asiatischen Ländern, auch wenn die meisten von uns mit dem Gewürz vertraut sind. Insbesondere in Indien, Pakistan, Bangladesh und angrenzenden Ländern wird das Gewürz sehr oft und reichhaltig beim Kochen verwendet. In europäischen Ländern wurde das Gewürz im späten 18. Jahrhundert bekannt. Interessanterweise war es lange Zeit auch unter dem Beinamen “des armen Mannes Saffron” bekannt, aufgrund des günstigeren Preises. Jedoch gibt das Curry-Gewürz dem Essen eine ganz andere Geschmacksrichtung als Saffron, von daher ist dies irreführend. Ein Inder würde seinem Curry niemals eine Prise Saffron hinzufügen.

Verwendung in der Kosmetik

Auch in der Kosmetik findet die Pflanze Anwendung wenngleich auch sehr geringfügig. In Indien wurden Extrakte der Curcuma Gesichtscremes hinzugefügt, um dem Gesicht eine frische natürliche, und gesunde Rötung zu verleihen. Die Kurkuma Pflanze wird auch im Bad geschätzt, eine Prise Kurkuma im Badewasser soll die Tönung der Haut verbessern, und den Haarwuchs mindern.

Die Kurkuma Pflanze als Farbstoff

Traditionell wurde Curcuma als Farbstoff verwendet, möglicherweise noch bevor man die positiven Eigenschaften in der Behandlung von Beschwerden und Krankheiten erkannte. Die satte gelbe Farbe muss auch als erstes auffallen. Zum Kleiderfärben wird die Pflanze noch heute in der natürlichen Behandlung von Kleidung verwendet. Es ist eine günstige Alternative zu Saffron in Europa während es in Asien von jeher schon verwendet wird.